Kaltes Plasma
Kaltes Plasma, auch kaltes atmosphärisches Plasma genannt, ist ein teilweise ionisiertes Gas. Es enthält unter anderem reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies, geladene Teilchen, elektrische Felder und geringe Anteile an UV-Strahlung. Ozon kann dabei entstehen, ist aber nicht mit kaltem Plasma gleichzusetzen.
Plasma wird häufig als vierter Aggregatzustand bezeichnet: fest, flüssig, gasförmig und Plasma. Ein einfaches Beispiel ist Wasser: Gefriert Wasser, wird es fest. Durch Erwärmung wird es flüssig und anschließend gasförmig. Wird einem Gas weitere Energie zugeführt, können Teilchen ionisiert werden – dadurch kann Plasma entstehen.
Heißes Plasma findet man zum Beispiel bei Blitzen, in der Sonne oder bei Polarlichtern. Kaltes Plasma hingegen wird technisch so erzeugt, dass die Temperatur für medizinische und kosmetische Anwendungen niedrig bleibt.
Kaltes Plasma kann die Mikrozirkulation im Gewebe unterstützen und zur Inaktivierung von Bakterien, Viren und Pilzen beitragen. In der Wundbehandlung wird es als ergänzende Methode eingesetzt beziehungsweise untersucht. Dabei soll es Keime reduzieren, ohne gesundes körpereigenes Gewebe wesentlich zu schädigen.
Bei bestimmten Geräten wird durch elektrische Energie ein Gas, zum Beispiel Neon, in einer Glaskanüle aktiviert. Durch die dielektrische Entladung an der Oberfläche und die Wechselwirkung mit der Umgebungsluft entsteht kaltes Plasma.
Mögliche Anwendungsbereiche
Kaltes Plasma kann je nach Gerät, Indikation und fachlicher Beurteilung unter anderem bei folgenden Themen eingesetzt werden:
- Wundbehandlung
- Warzen
- Fieberblasen
- Nagelpilz
- Tennis- oder Golferellenbogen
- Fersensporn
- Besenreiser
Die Behandlungsdauer richtet sich nach Indikation, Hautareal und Größe der Wunde. Häufig dauert eine Anwendung etwa 3 bis 8 Minuten. Bei Wunden kann die Behandlung anfangs häufiger erfolgen, später meist in größeren Abständen. Die genaue Häufigkeit sollte immer nach Herstellerangaben und fachlicher Einschätzung erfolgen.
Bei Wunden kann eine Kombination aus Low-Level-Lasertherapie und anschließender Anwendung von kaltem Plasma sinnvoll sein, sofern sie fachgerecht durchgeführt wird.