MESENCHYMALE ZELLTHERAPIE ( Stammzellentherapie) superadmin 22. Februar 2026

MESENCHYMALE ZELLTHERAPIE 
Stammzellentherapie

Die mesenchymale Zelltherapie (oft als „Stammzellentherapie“ bezeichnet) ist ein innovatives Verfahren aus dem Bereich der regenerativen Medizin. Ziel ist es, den Körper dabei zu unterstützen, Regenerationsprozesse in einem geschädigten Gelenk positiv zu beeinflussen – insbesondere bei Arthrose.

Wichtig ist mir dabei eine realistische Einordnung: Die Therapie kann je nach Ausgangslage Schmerzen reduzieren und Funktion verbessern, ersetzt aber keine sorgfältige Diagnose und ist keine Erfolgsgarantie. Die wissenschaftliche Datenlage wird laufend erweitert; für Kniearthrose zeigen Übersichtsarbeiten mögliche, eher moderate Verbesserungen von Schmerz und Funktion, bei insgesamt niedriger Evidenzsicherheit.

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind nicht differenzierte Zellen, die sich – vereinfacht gesagt – je nach Umgebung in unterschiedliche Zelltypen entwickeln können (z. B. knorpel-, knochen- oder fettzellähnliche Linien). Sie besitzen außerdem eine Selbsterneuerungsfähigkeit. In der aktuellen Forschung wird bei mesenchymalen Zellen häufig betont, dass ihre Wirkung im Körper nicht nur über „Umbau“/Differenzierung, sondern auch über freigesetzte Botenstoffe (Wachstumsfaktoren, immunmodulierende Signale) vermittelt werden kann.

Embryonale vs. adulte Stammzellen

Es gibt embryonale und adulte Stammzellen. In meiner Ordination arbeite ich ausschließlich mit adulten, körpereigenen (autologen) Zellen. In Österreich ist Forschung an Embryonen und die Gewinnung embryonaler Stammzelllinien verboten; daher stehen in der klinischen Anwendung ethische und rechtliche Rahmenbedingungen besonders im Vordergrund.

Hinweis zur Regulierung: Zell-/Gewebeprodukte können je nach Aufbereitung und Verwendungszweck unter strenge Arzneimittel-Regelwerke fallen (EU-weit u. a. unter die ATMP-Regulierung).

Wie läuft die Therapie ab?

Die mesenchymalen Zellen werden aus Fettgewebe gewonnen.

      • Setting: in Rückenlage, mit lokaler Vereisung

      • Dauer: ca. 1 bis 1½ Stunden

      • Gewinnung: ähnlich einer kleinen Fettgewebsentnahme. In Lokalanästhesie werden die Fettzellen meist aus dem Bauchfett entnommen. Dazu setze ich eine kleine Stichinzision unterhalb des Nabels.

      • Aufbereitung: Das entnommene Fettgewebe wird mittels Zentrifuge aufbereitet, bis die mesenchymalen Zellen zur weiteren Verwendung verfügbar sind.

      • Kombination mit PRP: Zusätzlich erfolgt eine Blutabnahme, um PRP (Blutplasma/Eigenblutplasma) zu gewinnen. Dieses wird mit den Zellen gemischt.

      • Injektion ins Gelenk: Das betroffene Gelenk wird vorab lokal betäubt, damit die Injektion möglichst schmerzarm ist (das Gemisch ist relativ dickflüssig). Anschließend wird es sofort in das Gelenk injiziert.

    Was ist nach der Therapie zu beachten?

    In den ersten Tagen sind normale Reaktionen möglich:

        • Das betroffene Gelenk sollte ein paar Tage geschont werden.

        • Leichte Schmerzen können auftreten.

        • Das Gelenk kann leicht geschwollen und überwärmt sein.

        • An der Entnahmestelle am Bauch können leichte Hämatome (blaue Flecken) entstehen.

      Wenn Beschwerden ungewöhnlich stark sind oder sich deutlich verschlechtern, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

      Was passiert nach der Stammzellentherapie?

      Ich plane ein zusätzliches Follow-up nach 8 und 12 Wochen: Dabei wird nochmals PRP (Eigenblutplasma) in das betroffene Gelenk injiziert. So kann die Therapie begleitend unterstützt und der Verlauf gezielt kontrolliert werden.

      Warum eine Stammzellentherapie?

      Die Therapie kann besonders interessant sein:

          • für Patient:innen mit Arthrose (Grad 3–4), die keine Prothese möchten,

          • aber auch bei geringgradiger Arthrose, wenn man frühzeitig unterstützend behandeln will,

          • zur Regeneration von abgenütztem bzw. geschädigtem Gewebe/Gelenken (unterstützend),

          • zur Schmerzreduktion und damit potenziell zur rascheren Rückkehr in Alltag oder Sport (individuell unterschiedlich).

        Wichtig: Gerade bei fortgeschrittener Arthrose ist das Ziel häufig Symptomverbesserung, nicht „Heilung“ der Arthrose.

        Hauptanwendungsgebiete

            • Kniearthrose

            • Hüftarthrose

            • Schulterarthrose

          Vorteile der Stammzellentherapie

              • körpereigenes Material

              • keine große Operation notwendig

              • ambulant durchführbar

              • kein Krankenhausaufenthalt

              • vergleichsweise schnelle Erholung (abhängig von Befund/Belastung)

              • geringe Infektionsgefahr (wie bei jedem Eingriff ist sterile Durchführung entscheidend)

              • meist geringe Nebenwirkungen

            Wissenschaftliche Einordnung in einem Satz

            Für Kniearthrose zeigen systematische Übersichten, dass Stammzell-Injektionen Schmerz und Funktion möglicherweise leicht verbessern, allerdings bei niedriger Evidenzsicherheit und unklaren Effekten auf die strukturelle Arthrose-Progression.

            Kosten

            Kosten: Dazu informiere ich Sie gerne direkt in meiner Ordination. Bitte rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Termin.

            Mein Ziel ist es Ihre Beweglichkeit wiederherstellen, Schmerzen zu lindern, Sportverletzungen zu behandeln, und Prävention zu fördern.